In der chinesischen Tradition ist der Fuchs ein Symbol der Weisheit. So wurde Hexa, der besondere und weise Fuchs, zur Figur von HexaInsight – der jeden, der zu ihr kommt, auf der Grundlage der Weisheit der Hexagramme den richtigen Weg weist und jeden mit der für ihn passenden Orientierung unterstützt. Hier kannst du eine Episode aus Hexas Chroniken lesen, wo du jedes Mal durch die echte Frage einer echten Person deine eigenen Themen wiedererkennen kannst, aus der uralten Weisheit des I Ging schöpfend.
Szilvi stand lange vor dem Tor.
Sie wusste nicht genau, wie sie hierher gefunden hatte – jemand hatte es empfohlen, jemand anderes hatte ihr den Weg gezeigt. Dann ging sie einfach, so wie ein Mensch geht, wenn er innerlich bereits weiß, dass er gehen muss, aber seine Beine noch nicht entschieden haben, wohin.
Das Haus war klein. Alt. Im Garten saß ein seltsamer Fuchs auf einem Stein – sein Fell war blau und lila, wie ein Abend am Himmel, wenn die Sonne bereits untergegangen, aber die Dunkelheit noch nicht angekommen ist. Vor ihm lag ein flacher Stein mit sechs kleinen Zeichen darauf – Linien, ganze und gebrochene – als hätte er sie gerade erst geworfen. Er schaute Szilvi an, als hätte er schon lange gewartet.
— Also bist du Hexa – sagte Szilvi.
— Und du bist Szilvi – antwortete der Fuchs. – Setz dich. Deine Linien sind bereits da.
— Was?
— Dein Hexagramm. Sechs Linien – für jede Situation eines jeden Menschen anders. Ein uraltes System, Tausende von Jahren alt, das nicht vorhersagt, sondern zeigt, welche Kräfte sich gerade in dir, um dich herum bewegen. – Hexa tippte mit seiner Pfote auf den Stein. – Deins ist das 22. Anmut. Schönheit und Form. Am meisten zählt der innere Gehalt.
Szilvi setzte sich. Sie erzählte, was sie sich selbst schon oft erzählt hatte: bezüglich der Arbeit, der Partnerschaft regt sich der Wunsch nach Veränderung, morgens und abends... Aber irgendwie kommt sie tagsüber nie dazu, wirklich einen Schritt zu tun.
Hexa lauschte. Dann sprach er langsam:
— Das Feuer brennt am Fuß des Berges in dir. Siehst du es?
Szilvi verstand es nicht, aber etwas in den Worten kam ihr vertraut vor.
— Das untere Trigramm, das Feuer – das ist dein inneres Verlangen, deine Begeisterung, der Teil von dir, der für Schönheit empfänglich ist. Das ist real. Das ist die Kraft, die von innen deinen Wunsch nach Veränderung nährt. – Hexa hielt einen Moment inne. – Aber das obere Trigramm, der Berg – das ist die Festigkeit der äußeren Umstände, die Qualität der Besonnenheit. Der Berg eilt nicht. Er erinnert dich daran, dass auch Veränderung ihre eigenen Rhythmen hat.
— Soll ich also warten?
— Nicht warten. Eher beobachten. – Hexa schaute auf die Linien. – Das Hexagramm der Anmut sagt: Begnüge dich nicht mit bloß mechanischer Veränderung. Strebe danach, dass der Prozess selbst schön und würdevoll ist. Der Weg ist kein plötzlicher Durchbruch – es ist eine langsame, elegante Transformation, so wie das Feuer allmählich den Fuß des Berges erleuchtet.
— Ist es so einfach?
— Es kann so einfach sein. – Hexa gähnte, wie Füchse es tun. – Ich habe eine Frage an dich. In deiner Arbeit oder in deiner Beziehung – was ist die kleine Sache, die gerade am meisten nach Verschönerung, nach Feinabstimmung verlangt? Nicht das ganze System – nur ein einziges Detail.
Szilvi dachte nach. Lange. Dann sagte sie etwas leise, das nur ihr gehörte.
Hexa nickte.
— Fang dort an. Nicht mit der großen Veränderung. Mit einer kleinen Geste, die heute getan werden kann. Es kann ein Wort sein, ein Lächeln, ein Gegenstand auf dem Tisch. Etwas, das das, was jetzt ist, schöner macht – während du dich auf das vorbereitest, was kommt.
Szilvi stand auf. An der Pforte hielt sie noch einmal inne.
— Kann ich wiederkommen?
— Alle kommen wieder – sagte Hexa und schaute bereits zum nächsten Stein. – Oder stellen eine weitere Frage. Das I Ging zeigt jedes Mal, was gerade jetzt wahr ist – weil auch du dich veränderst und die Situationen um dich herum sich verändern.
Was würdest du jetzt fragen – über deine Arbeit, deine Beziehung oder etwas anderes?
